Was ist eine craniomandibuläre Dysfunktion?
Der Begriff klingt sperriger, als er ist. Er setzt sich aus drei lateinischen Bestandteilen zusammen:
-
Cranium – der Schädel
-
Mandibula – der Unterkiefer
-
Dysfunktion – eine Fehlfunktion
Gemeint ist also eine Funktionsstörung im Kausystem: Ober- und Unterkiefer treffen nicht in der optimalen Position aufeinander. Das klingt nach einer Kleinigkeit, hat aber Folgen. Die Kaumuskulatur gehört zu den kräftigsten Muskeln des Körpers, und wenn sie dauerhaft gegen einen ungünstigen Biss arbeitet, entstehen Fehlbelastungen.
Diese Fehlbelastungen bleiben oft nicht auf den Kiefer beschränkt. Über die Muskelketten kann sich die Spannung bis in Nacken, Schultern und Rücken fortsetzen – deshalb landen Beschwerden, die eigentlich vom Kiefer ausgehen, häufig zuerst beim Orthopäden.
Wie behandeln wir CMD?
Am Anfang steht ein ausführlicher Befund. Wir schauen uns an, wie weit Sie den Mund öffnen können, wie sich das Kiefergelenk dabei bewegt, wo die Muskulatur druckempfindlich ist – und wir sehen uns die Halswirbelsäule und die Körperhaltung mit an. Ohne diese gründliche Untersuchung geht es nicht, denn die Ursache liegt selten nur an einer Stelle.
Behandelt werden anschließend das Kiefergelenk selbst und die zugehörige Muskulatur, mit den Händen und von außen wie auch von innen. Dazu kommt die Arbeit an Nacken und Halswirbelsäule, wenn der Befund das nahelegt.
Ein wichtiger Teil passiert außerhalb der Praxis: Sie bekommen Dehn- und Kräftigungsübungen für zu Hause, abgestimmt auf Ihren Befund. Der Kiefer ist den ganzen Tag in Bewegung – was Sie selbst tun, wirkt deshalb oft stärker als das, was in der Behandlungszeit möglich ist.
Und wir arbeiten nicht allein. Bei CMD ist die Abstimmung mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt entscheidend, oft auch mit der Kieferorthopädie. Wenn eine Schiene angepasst wurde, richten wir die Behandlung darauf aus.
Welche Beschwerden können auf CMD hindeuten?
Die Anzeichen sind vielfältig und werden nicht immer sofort mit dem Kiefer in Verbindung gebracht. Häufig sind:
-
Schmerzen im Kiefergelenk oder in der Wange, besonders morgens
-
Knacken oder Reiben beim Öffnen und Schließen des Mundes
-
Eingeschränkte Mundöffnung, etwa beim Gähnen oder beim Abbeißen
-
Zähneknirschen und Pressen, oft nachts
-
Kopfschmerzen, vor allem im Schläfenbereich
-
Nacken- und Schulterverspannungen ohne erkennbaren Auslöser
-
Ohrgeräusche, Druckgefühl im Ohr oder Schwindel
-
Abgeriebene Zähne oder wiederkehrende Schäden an Zahnersatz
Ob tatsächlich eine CMD dahintersteckt, lässt sich nur durch eine Untersuchung klären – in der Regel gemeinsam mit der Zahnmedizin. Wenn mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen, sprechen Sie uns gern an.